Danke an die vier Leser die bei der letzten Umfrage mitgemacht haben. Die Hälfte haben sich was zu Crypto gewünscht, also mach ich das mal. Allerdings habe ich recht schnell festgestellt, dass die meisten Fragen recht langweilig sind. Primär dreht es sich um den Bitcoin-Kurs und ob Tauschbörsen bankrott gehen. Historisch sieht der Kurs bis Ende letzten Jahres so aus:
Erholt sich der Kurs nochmal und erreicht neue Rekorde? Die Meinung darüber hat sich stark geändert über die Zeit. Aktuell schätzt Metaculus nur zu 17%, dass es in den nächsten zwei Jahren nochmal über die \$100.000 geht aber das waren 2022 auch mal über 70%. Aktuell steht der BTC Kurs bei ~\$28.000. Wir reden also über grob das 4-fache in 2 Jahren.
Zum Vergleich: Mit einem Würfel eine 6 zu würfeln ist auch eine 17% Chance.
(Ob Bitcoins eine gute Investition sind oder nicht will ich hier nicht diskutieren!)
🔥 Vielleicht ein Google Chatbot
Heiß her geht es bei Manifold um die Frage ob die Google Suche einen Chatbot bekommt, so ähnlich wie die Bing Suche das gerade testet.
Mit über 1600 Leuten sind auf jeden Fall viele Meinung mit eingeflossen. Mit aktuell 62% ist die Tendenz jedenfalls leicht zum JA.
🚀 Metaculus größter Irrtum
Prognosemärkte sind nie völlig sicher und es hat seinen Grund, warum man niemals 0% oder 100% schätzt. An dieser Stelle mal kein aktueller Sprung, sondern den größten Irrtum, den es auf Metaculus bisher gab weil es zum Thema passt: Von einer 1,3% Einschätzung kam es zu einer “Ja” Resolution, also 100%.
Es ging dabei um die Crypto-Tauschbörse FTX die plötzlich Pleite ging, weil der Chef Sam Bankman-Fried wohl einige krumme Dinger gedreht hat.
Also immer im Hinterkopf behalten dass bei 1% Prognosen trotzdem jede 100ste noch umschlägt.
Nebenbemerkung: Das bedeutet nicht, dass von hundert solcher 1% Prognosen eine umschlägt. Es bedeutet dass bei hundert 1% Prognosen mit 63% Wahrscheinlichkeit eine oder mehrere umschlagen. (1 - 99%^100 = 63.34%)
Weisheit oder Dummheit der Vielen?
Bei Metaculus gab es kürzlich eine gute Untersuchung mit dem Ergebnis: Der Durchschnitt aller Prognosen ist besser als der Durchschnitt der Besten. Anders gesagt der “offen für Alle” Ansatz von Prognosemärkten ist wichtig. Deswegen ist es wichtig, dass noch mehr Leute davon erfahren und du könntest mithelfen indem du diesen Newsletter weiterempfiehlst:
Die Weisheit der Vielen ist ein bekannter Begriff, der oft als Erklärung genutzt wird, warum Prognosemärkte funktionieren. Allerdings gibt es auch das gegenteilige Phänomen “die Dummheit der Vielen” das aus einem Gruppendenken entsteht. Sehr gut erklärt in diesem englischen Video oder ganz kurz in dem folgenden Cartoon von Kal:
Die Kunst besteht wohl darin die Gruppen- bzw. Marktmeinung in die eigene Entscheidungsfindung mit einzubeziehen aber eben nicht zu viel. Am spannendsten an Prognosemärkten sind oft die Kommentare wo Leute erklären wie sie zu ihrer Einschätzung kommen. Dort erfährt man oft Aspekte die man noch gar nicht bedacht hatte. Die Wahrscheinlichkeit an sich spiegelt nur die Gesamtmeinung wider und falls die eigene davon abweicht sollte man sich fragen, ob man das gut begründen kann. Manchmal kann man das.
Langfristig regelt der Markt das alles, da Leute die vom Gruppendenken fehlgeleitet werden eben Geld und damit Einfluss verlieren. Das kann aber lange dauern. Ein gutes Beispiel ist die Finanzkrise 2008, dessen Ursache für Manche schon Jahre vorher offensichtlich war (Filmempfehlung: The Big Short).
Kurz: Es ist kompliziert. Die gute Seite ist, es gibt derzeit noch viele Gelegenheiten es besser zu wissen als Prognosemärkte, also Gewinn zu machen. Meine Manifold-Gewinne sagen mir das zumindest:
Wahrscheinlich bis nächste Woche! 😊